Das Theater Mumpitz spielt die Welt – Update zum Projekt GameOn2025

Liebe Leser,

es ist Zeit für ein weiteres Update zu meinen Aktivitäten im Rahmen des Projektes GameOn2025 welches ich für Stadt Nürnberg im Rahmen ihrer Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 durchführen darf. in diesem Beitrag soll es um die Workshops in Zusammenarbeit mit dem Theater Mummpitz in Nürnberg gehen. Hier hatte ich eine sehr interessante Situation. Die Teilnehmer rekrutierten sich aus zwei Gruppen, die im Theater zusammen Theater spielen. Es war zum einen eine sehr junge Gruppe, bei der einige Teilnehmer erst neun Jahre alt waren. Ebenso gab es Teilnehmer aus einer älteren Gruppe, deren Teilnehmer bist du 16 Jahre alt waren. Wir hatten es also mit einer bezogen auf das Alter sehr heterogenen Gruppe zu tun. Gleichzeitig mussten wir uns nicht besonders um Teilnehmer kümmern, denn die Gruppen waren schon vorhanden.

Hier wurde vor allen Dingen meine Kollegin vor Ort Lisa Stützer relevant. Sie arbeitet als Theaterpädagogin mit diesem Kindern. Somit kannte sie diese Gruppen sehr gut. Aus diesem Grund haben wir uns vor den Workshops getroffen, und für jeden Tag bzw. für jede Funktion im Workshop ein spezielles Modell entwickelt. Ich muss sagen, dass mich diese Herangehensweise überzeugt hat. Ich weiß wie man Prozesse entwickelt und Spiele baut. Ich weiß auch wie man Menschen motiviert und wie man ein gutes local.based-game entwickeln kann. Aber natürlich bin ich kein Pädagoge. Ich schaue auf das Spiel bzw. den Prozess der Spielentwicklung aus der Perspektive der Aufgaben die ich zu erfüllen habe. Deshalb war es ein großer Gewinn, eine so gute Pädagogin dabei zu haben, die zudem ihre Gruppen so gut kannte.

Wir haben uns also hingesetzt, und alle einzelnen Schritte der Workshops durchgespielt. zu allen Bereichen hat sie dann eine eigene Kreativtechnik aus der Theaterarbeit bzw. eine eigene Form der Vermittlung der Inhalte entwickelt. Wir haben das dann ebenfalls analysiert um sicherzustellen, dass auch wirklich die Inhalte, die man braucht um das Spiel spielen zu können, vermittelt werden.

Ein weiterer Aspekt, der mich bei der Zusammenarbeit mit Lisa sehr begeistert hat, war, dass sie jeden Tag den Raum ganz speziell umgebaut hat. SIe erschuf quasi täglich eine Bühne für das Projekt. Ich habe viel über die Möglichkeiten der Visualisierung digitaler Ideen im analogen Raum gelernt. So haben wir z.B. eine riesengroße schwarze Matte in den Raum gelegt und dort mit Kreide eine fiktive Karte der Stadt Nürnberg sowie der damit verbundenen Kulturräume, die in dem Spiel vorkommen sollen, gezeichnet. Letztlich gesehen wurde hier auf analogem Weg ein sehr gut funktionierendes Zielsystem und ein daran angepasstes Feedbackmodell genutzt. Ich kenne ähnliche Ansätze aus dem vielen verschiedenen Workshops, die ich in den letzten Jahren umsetzen durfte, aber das was ich dort gesehen habe war wirklich beeindruckend. Ebenso fand ich es spannend zu sehen, wie eine Gruppe, die sehr viel zusammen Theater spielt, ein Spiel entwickelt bzw. sich mit dem Thema einer Story in einem Spiel beschäftigt.

Wir haben nun eine gute Basis für das Spiel geschaffen. Ein paar Orte sind bereits in dem Spiel vorhanden. In den nächsten Wochen werden die Theatergruppen zuerst ihre Theateraufführungen durchführen und sich dann wieder mit dem Spiel beschäftigen. Dazwischen werde ich Teile des Spiels analysieren und einen Masterplan für die weitere Entwicklung erstellen. Es war eine wirklich tolle Gruppe, und ich freue mich sehr darauf, diese Gruppe in ein paar Monaten wieder zu sehen. Auch das ist eine Besonderheit an dieser Gruppe, der Moment für den Finalisierungs-Workshop ist noch sehr weit weg.

Was ich gelernt habe ist, dass wir noch viel genauer auf die einzelnen Zielgruppen bzw. Teilnehmer eingehen müssen. Das bedeutet, wir brauchen viele verschiedene Module, die wir dann situationsbedingt anwenden können. Und wir brauchen Muster, die es uns ermöglichen, situativ herauszufinden, welche Module für die welche Situation hilfreich sind. Dazu gehört auch die Frage, wie weit man die einzelnen Inhalte, sowohl die Beschäftigung mit den Räumen und Orten als auch die Arbeit an dem Spiel so übersetzen muss, dass die jeweilige Zielgruppe sie versteht bzw. damit arbeiten kann.

Beste Grüße Christoph Deeg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.