Auf der Suche nach dem Arbeiten der Zukunft

Die Corona-Krise erzeugt auch immer neue Abenteuer. Ich habe schon auf vielen Konferenzen gesprochen und ich gebe zu, es macht mir sehr großen Spaß. Vielleicht hat dies etwas mit meiner Ausbildung als Musiker zu tun. Ich fühle mich wohl auf der Bühne. Ich mag die Aufmerksamkeit und die Show. Aber es ist kein Entertainment im klassischen Sinne. Ich möchte nicht einfach irgendwas erzählen, in der Hoffnung, dafür Applaus zu bekommen. Ich möchte mit meinen Vorträgen Menschen zum Nachdenken bringen. Und ich möchte neues ausprobieren. Es gab so manches Vortrags-Abenteuer in den letzten Jahren und doch werde ich immer wieder – sehr gerne – vor neue Herausforderungen gestellt.

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Anfrage für einen Vortrag auf einer Konferenz in China. Es ging bei der Konferenz um die Frage, wie 5G unsere Gesellschaft verändern kann und welche Optionen sich aus der Nutzung ergeben. Nun ist es unmöglich, in Zeiten der Corona-Krise zu reisen und es sollte ein digitales Format werden. Ich erwartete also, dass wir uns via Zoom, Adobe Connect, Skype, GotoMeeting, Twitch oder irgendeiner anderen Plattform vernetzen und ich meinen Vortrag als Video durchführe. Aber dann kam die große Überraschung:

Ich wurde gebeten, meine Präsentation einzuschicken und zudem ein Audiofile mit dem Vortrag zu erstellen und ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Und man bat mich um einige Fotos. Der Hintergrund war einfach und genial: aus meinen Fotos wurde ein Avatar erstellt und mein Vortrag fand in einem virtuellen Konferenzsaal statt. Anders ausgedrückt: es war mein erster Vortrag auf einer VR-Konferenz.

Diese Erfahrung hat mich nachdenklich gemacht. Auch wenn ich immer sage, dass es bei der digitalen Transformation im Kern nicht um Technologie geht, müssen wir nochmal über den digital-analogen Optionsraum sprechen. Im Moment sind wir glücklich, dass wir irgendwie mittels alter Konfernz-Technologie ein irgendwie geartetes Arbeiten ermöglichen können. Wir haben technologisch keinen Fortschritt. Der Fortschritt beschränkt sich auf die Tatsache, dass die Nutzung dessen, was schon lange zur Verfügung steht, nun erlaubt und gewünscht ist. Aber was ist mit den neuen Möglichkeiten? Die Diskussion darüber geht völlig unter, dabei wäre sie so wichtig, denn sie definiert den technologischen Optionsraum. Und die Technologie bleibt der zentrale Enabler für die digitale Transformation. Erst dann ist die Beschäftigung mit der Funktion und der Kultur möglich.

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Wir brauchen ein neues Denken für das Homeoffice der Zukunft. Die Konferenz hat mir dies wieder gezeigt.

Christoph Deeg

PS: Hier ist übrigens der Link zu meinem Vortrag. Er kann nur auf einem Smartphone geöffnet werden und benötigt zudem gegebenenfalls VPN. Auf dem PC geht es mit dem Browser Edge auch – aber es wirkt nicht richtig gut.

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