Enter Africa – Teil 8 – die verlorenen Talente von Kampala

Liebe Leser, ich sitze gerade in einem Café in Kampala. Heute wollen wir eigentlich in die Stadt gehen. Aber soeben hat ein unglaublicher Regen angefangen.

Ich möchte die Zeit nutzen, um ein weiteres Update zu meinen Aktivitäten im Rahmen des Projektes „Enter Africa“ des Goethe-Instituts zu posten.

Gestern haben wir uns intensiv mit der App. beschäftigt. Darüber hinaus ging es um die Frage, um was es in dem Spiel gehen soll. Am vorherigen Tag hatten wir uns mit dem Thema Verkehr beschäftigt. Jedoch hatten wir am Ende des ersten Tages das Feedback bekommen, dass man mit dem Thema Verkehr nicht wirklich zufrieden sei – obwohl man es selber ausgesucht hatte.. Daraufhin haben Betty und ich uns abends hingesetzt, und ein paar Spiel-Ideen für die anderen Themenbereiche entwickelt. Eigentlich wollten wir so etwas in dem Projekt nicht tun. Denn die Teilnehmer sollen ihre eigenen Spiele entwickeln. Aber es ist uns aufgefallen, dass es für die Teilnehmer hilfreich ist, wenn sie sich zumindest eine Vorstellung machen können, wie so ein Spiel aussehen könnte.

Wir greifen damit nicht in die eigentliche Spielentwicklung ein. Das bedeutet, wir werden nicht in die kulturellen Besonderheiten der Region eingreifen. Wir geben auch nicht vor, welches Spiel wie gebaut werden soll.

Nach einer längeren Diskussion hat sich die Gruppe für ein neues Thema entschieden. Und ich muss sagen dieses Thema ist wirklich toll. Es geht um die verlorenen Talente in Kampala. Kampala ist eine sehr schwierige Stadt. Arm und Reich sind sehr nah beieinander. Es gibt riesige Slums. Und in diesen Slums gibt es unglaublich viele Talente, die nie eine Chance haben, ihr Können zu zeigen. Sie erfahren keine Unterstützung von der Gesellschaft. Es ist mehr oder weniger unmöglich ihre Lebenssituation zu verbessern. Dabei braucht die Gesellschaft Ugandas unbedingt diese Talente. Denn für den Wandel bzw. die Weiterentwicklung dieser Gesellschaft, ist jede Idee mehr als willkommen. In unserem Spiel wird es darum gehen, dass in der Zukunft – wahrscheinlich im Jahre 2300 – die Stadt Kampala zu einer Megacity geworden ist. Allerdings ist es so, dass die Stadt kurz vor dem Kollaps steht. Denn ihr fehlt jegliche Kreativität und jegliche Weiterentwicklung. Die Stadt ist ein riesiger Wirtschaftsraum geworden, aber sie wird von innen zerfressen. Denn sie hat keine Seele.

In alten Aufzeichnungen hat man herausgefunden, dass in unserer Zeit sehr viele Talente lebten, die aber keine Chance hatten, sich zu entwickeln. Also werden aus der Zukunft Agenten in die heutige Zeit geschickt, die die Aufgabe haben, die Talente zu finden und sie quasi in die Zukunft zu locken. Dafür haben sie in der heutigen Zeit Coworking Spaces Design Hubs, Theater, Kioske usw. aufgebaut. Für uns sehen diese Orte so aus, als wären sie ganz normale Kreativzentren. Aber in Wirklichkeit handelt es sich dabei um Portale, die die Gegenwart und die Zukunft miteinander verbinden. Es ist nun die Aufgabe des Spielers herauszufinden, was die Talente brauchen damit sie hier arbeiten können, welche Unterstützung sie benötigen um sich weiterzuentwickeln, und wie man dafür sorgen kann, dass die Talente überhaupt wahrgenommen werden. Mit dieser Thematik bzw. dieser Geschichte triggern wir gleich ganz viele verschiedene Aspekte des Themas Talente. Denn schon jetzt ist es beispielsweise so, dass die besten Talente ins Ausland gehen, weil sie dort eine größere Chance haben. Und Gesellschaften wie die Ugandas brauchen unbedingt eine Chance ihre eigene Zukunft zu entwickeln. Denn auch wenn vieles hier wirklich schlimm aussieht, erkennt man doch überall welche unglaublichen Möglichkeiten existieren.

Ich bin sehr gespannt wie wir dieses Spiel in die App. umsetzen. Espoto hat viele neue Funktion in die App. eingebaut. Wir haben jetzt sogar Augmented Reality Lösungen innerhalb der App. Das macht mich zuversichtlich, dass wir ein wirklich tolles Spiel entwickeln können. Ich werde jetzt versuchen müssen, durch den Regen ins Goethe-Institut zu kommen….

Beste Grüße

Christoph Deeg

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