Mein Gaming-Abenteuer in Chile – Teil 1.

Mein Gaming-Abenteuer in Chile – Teil 1.

Liebe Leser,

es ist wieder Frühstückszeit und damit Zeit für meinen nächsten Bericht. Ich bin weitergereist und nach einem langen Nachtflug mit Zwischenstop in Lima/Peru und einer Menge heftiger Turbulenzen – deshalb sagen die immer, man solle sich anschnallen – sicher in Santiago de Chile gelandet. Dort wurde ich morgens gegen 04h persönlich vom Bibliotheksdirektor Alexander Schultheis abgeholt. Wir saßen noch gar nicht richtig im Auto, da diskutierten wir schon über Gaming in Bibliotheken und wie man damit die Welt besser machen könnte.

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber das Goethe-Institut ist in all diesen Punkten (auch international) ein absoluter Vorreiter. In den letzten vier Monaten durfte ich mit Vertretern anderer Institute aus verschiedenen Ländern sprechen, die immer wissen wollten, was in all diesen Projekten passiert. Im internationalen Vergleich steht Deutschland gar nicht schlecht dar. Projekte wie „Lernort Bibliothek“ des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bezirksregierung Düsseldorf, die Bibliotheken in die digital-analoge Zukunft führen, und an dem ich seit vielen Jahren mitarbeiten darf, sind weltweit einzigartig. Es mag in den USA oder Asien einzelne Bibliotheken geben, die als Vorzeigebibliotheken gelten, aber in der Fläche wird es die Luft dann sehr dünn. Das ändert nichts an den vorhandenen Problemen hierzulande, wie z.B. eine immer noch schwierige digitale Infrastruktur oder der Tatsache, dass ein Großteil der Bibliotheken in Deutschland keinen freien Internetzugang hat. Auch die Ausbildung der Bibliotheksmitarbeiter ist noch weit von der zukünftigen Lebensrealität entfernt. Und die Strukturen des öffentlichen Dienstes wirken zumindest in der jetzigen Konstellation wie ein Meta-Gefängnis. Und trotzdem haben wir überall große und kleine Institutionen, deren Arbeit international Beachtung findet. Gerade solche Projekte, wie z.B. das Gaming-Projekt der Bibliotheken Raesfeld, Borken, Lüdinghausen, Ochtrup, Geldern – auch als „Münsterländer Gaming-Wahnsinn“ bekannt – zeigen, dass es nicht auf die Größe der Einrichtung ankommt, sondern auf die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Derartige Projekte sind auch international echte Innovationsträger – und sie sind heute bei meinem Vortrag das Best-Practice-Beispiel…

Aber zurück nach Santiago. Wir haben uns gestern lange unterhalten und ich bekam auch eine Führung durch die Bibliothek. Auf sehr kleinem Raum wurde hier etwas Tolles geschaffen. Analoge und digitale Kontexte werden durch analoge und digitale Medien, Services und ein sehr lustiges Team ermöglicht. Games etc. sind kein exotisches Thema – sie gehören in die Bibliothek wie gedruckte Bücher und Zeitungen. Internationale Kooperationen und ein wirklich toller „Ludothek-Gaming-Koffer“ für Schulen und andere Bibliotheken sind ein weiteres Highlight.

Heute werde ich einen Vortrag zur strategischen Nutzung von Gaming und Gamification im Kontext der Bibliotheksarbeit halten. Darum wird es vor allem um die Bibliotheken gehen, die im ländlichen Raum ohne große Ressourcen etc. in Chile aktiv sind. Danach wird es weitere Meetings geben und morgen geht es dann nach Valparaiso zu einer weiteren Bibliothek, für die ich vielleicht und wenn alles gut geht, einen völlig neuen Weg der Bibliotheks-Planung ausprobieren darf. Ich werde berichten.

Beste Grüße

 

Christoph Deeg

PS: ich habe natürlich auch einige Fotos gemacht. Diese werde ich zeitnah – wahrscheinlich auf Flickr – veröffentlichen und dann auch hier teilen.

 

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