Technologie vs. Content – wie ein QR-Code spannend sein kann

Technologie vs. Content – wie ein QR-Code spannend sein kann

Liebe Leser,

mit Technologien ist es immer so eine Sache. Manche Trends werden später wirklich erfolgreich, andere verschwinden wieder oder werden neu entwickelt bzw. entdeckt. Die Gestensteuerung der Xbox scheint wohl nicht den ganz großen Durchbruch zu erleben – was ich sehr schade finde. Bei dem Thema der VR-Brillen bin ich hoffnungsvoller, primär weil immer mehr Unternehmen an Nutzungsszenarien arbeiten, die für die Kunden echte Mehrwerte bedeuten. Sei es im Bereich Entertainment oder bei der Suche nach einem passenden Reiseziel etc.

Aber trotz all dieser neuen, schönen Möglichkeiten bin ich der Meinung, dass wir unser Verhältnis zum Bereich Technologie überdenken müssen. Denn nicht die Technologie, sondern der mit ihr erstellte Kontext ist relevant. Der Erfolg der VR-Technologie liegt ja nicht nur an der Technologie an sich, sondern an der Fähigkeit der Anbieter, an die Lebensrealität der Menschen angedockte Kontexte zu erstellen. Im Moment erlebe ich in manchen Unternehmen und Institutionen einen regelrechten Technologie-Fetisch, was dazu führt, dass Technologie um ihrer selbst willen zum Einsatz kommt. Kommt es dann nicht schnell zum erwünschten Erfolg, ist die Enttäuschung groß.

Ein Beispiel für diesen Umstand sind die sog. QR-Codes. In bestimmten Bereichen haben sie sich durchgesetzt. Auf Bahntickets kann man sie finden oder auch bei vergleichbaren Angeboten. Zudem finde ich viele QR-Codes im öffentlichen Raum, z.B. im Kontext von Bildung und Kultur. Und trotzdem deuten viele Studien und Feedbacks darauf hin, dass die sie nur selten genutzt werden. Woran kann das liegen?

Meiner Meinung nach liegt es schlichtweg daran, dass man sich zu selten darüber Gedanken macht, wie ein Mehrwert für die Kunden aussehen könnte bzw. wie man das QR-Code-Angebot mit anderen Aktivitäten vernetzt und damit neue Inhalte und Nutzungsformen schafft. Ich arbeite gerade an mehreren local-based-games. Dort geht es im wesentlichen darum, spannende spielerische Erfahrungsräume zu schaffen, die den Spieler zudem zum Nachdenken über verschiedene Themen anregen. Wir nutzen dort auch QR-Codes. Aber mir war sofort klar, dass ein QR-Code an sich langweilig ist. Bei meinen Recherchen habe ich einige interessante Ansätze für die Nutzung von QR-Codes gefunden. Zwei davon möchte ich kurz beispielhaft beschreiben:

Im ersten Beispiel (es ist schon etwas älter) geht es darum, einen QR-Code so zu erstellen, das er nur zu einer bestimmten Zeit funktioniert. Ein Unternehmen wollte damit dafür sorgen, dass die Kunden zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Filialen kommen. Der QR-Code war abhängig vom Stand der Sonne. Stand die Sonne im richtigen Winkel, konnte man den QR-Code sehen und scannen und am Sale teilnehmen:

Im zweiten Beispiel geht es darum, dass man den QR-Code selbst erstellt, indem man eine Form von Sudoku spielt. Genauer geht es im ein sogenanntes Nonogram . Der Spieler muss erst das Rätsel lösen und bekommt dann seinen QR-Code.

Es geht also nicht um den QR-Code an sich, sondern um das Erstellen von passenden Kontexten. Dies ist sowohl für Institutionen wie Bibliotheken oder Museen als auch für Unternehmen interessant. Denn der eigentliche Inhalt ist frei definierbar. Ich würde gerne weitere gute Beispiele und/oder Ideen zur Nutzung von QR-Codes sammeln. Wer kennt also noch interessante Ansätze, die nicht die Technologie sondern den Kontext in den Mittelpunkt stellen?

Beste Grüße

Christoph Deeg

5 Replies to “Technologie vs. Content – wie ein QR-Code spannend sein kann”

    1. Vielen Dank für den Link. Das ist auf jeden Fall eine Idee, wie man QR-Codes sinnvoll nutzen kann. Und jetzt müsste das noch den Zugang zu einem Kundensupport herstellen:-)

  1. Vergangenes Wochenende war ich auf der Comic-Con in Stuttgart. An einem Stand war ein großer QR-Code, der aus Legosteinen bestand. Das sah echt Klasse aus und hat dem Code die gewünschte Aufmerksamkeit gebracht.

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