Warum der 11.11. der Tag des Gamings ist

Liebe Leser,

sicherlich habt Ihr es schon mitbekommen: es ist der 11.11.11 Dieser Tag sorgt bei vielen Menschen für Aufregung und dies aus unterschiedlichen Gründen. Ehepaare wollen unbedingt an diesem Tag heiraten. Man munkelt, dass weibliche Interessenten glauben, das Datum bringe Glück, während männliche Interessenten ein Datum haben, welches sie nur schwer vergessen können:-) Ebenso scheint es eine Vielzahl an angehenden Eltern zu geben, die unbedingt erreichen möchten, dass ihr Kind am 11.11.11 geboren wird.

Unabhängig von der dreifachen Schnapszahl ist der 11.11. für mich der Tag des Gamings. Dies hat zwei wesentliche Gründe. Zum Einen beginnt heute überall in Deutschland die Karnevalssaison. Nun bin ich kein Karnevalist – bis auf die Tatsache, dass ich 2x in meinem Leben Kinderprinz war. Aber das ist eine andere Geschichte:-) Karneval ist Gaming in der realen Welt. Es ist eine komplett virtuelle Welt. Die Menschen schlüpfen in eine andere Rolle. Sie werden zu Prinzen und Prinzessinen, Funkenmariechen etc. Alle diese Figuren sind rein virtuell und sie sind zugleich ein elementarer Bestandteil der Lebensrealität bzw. kulturellen Identität von tausenden von Menschen. Und diese Liebe zum Karneval beschränkt sich nicht auf ein paar Veranstaltungen im Jahr. Die Vorbereitungen, das Training bedeuten, dass man sich das ganze Jahr mit dem Thema befassen muss. Viele Karnevalisten verbringen sehr viel Zeit und geben sehr viel Geld aus, um ihrem Hobby nachzugehen. Und seien wir ehrlich: Ist es nicht toll zu sehen, was in Köln, Mainz, Düsseldorf aber auch in Nordhessen passiert? Meiner Meinung nach unterscheiden sich diese Menschen kaum von den Spielern von Computergames – bis auf die Tatsache, dass sie primär keine Computer nutzen:-)

Es gibt aber noch einen viel wichtigeren Grund, der beweist warum heute der Tag des Gamings ist. Heute und morgen findet in den USA der National-Gaming-Day statt! Dieses Projekt finde ich wirklich sensationell. Der National-Gaming-Day wird von US-amerikanischen Bibliotheken veranstaltet. Auf der Webseite des NGD erfährt man auch einiges über die Erfolge des Projektes:

“In 2010, more than 26,000 people played games at more than 1,800 libraries across the U.S. and in other countries.”

Längst ist das Projekt – welches übrigens von der “American Library Association” kurz “ALA” organisiert wird – über die Grenzen der USA hinausgewachsen. Überall auf der Welt nehmen erste Bibliotheken an dem Projekt Teil. Ein zentraler Bereich des NGD ist ein Wettbewerb, d.h. in den teilnehmenden Bibliotheken finden Gamingwettbewerbe statt deren Ergebnisse auf einer zentralen Plattform gesammelt werden.

Ich finde dieses Projekt wirklich spannend. Computerspiele sind Teil unserer Gesellschaft, Teil unserer Lebensrealität und Teil unserer Kultur. Sie sind m.E. eine beeindruckende Kulturform und sie werden die Kultur- und Wissensvermittlung in der Zukunft mitgestalten. Computergames sind Inspiration und Vorbild für neue Managementmodelle und sie zeigen uns wie man besser lehren und lernen kann.

Leider nimmt nach meinem Wissen keine Institution aus Deutschland an dem Programm teil und dies möchte ich ändern. Und ich möchte erreichen, dass aus Deutschland nicht nur Bibliotheken sondern auch Museen, Archive, Theater, Opernhäuser etc. mitmachen.

Deshalb meine Bitte an Euch: Fragt Eure Institutionen und Unternehmen ob sie 2012 Teil des National-Gaming-Day werden wollen. Ich freue mich über jeden Interessenten:-)

Beste Grüße

Christoph Deeg

PS: Wie Ihr vielleicht wisst bin ich auch im Verein Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. aktiv. Hierbei bin ich u.a. für den Bereich Gaming verantwortlich und auch hier wird sich demnächst einiges tun. Es lohnt sich also unseren Blog: www.zukunftswerkstatt.org zu besuchen…

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