Computergames und Visualisierung

Computergames und Visualisierung

Liebe Leser,

in einem meiner letzten Beiträge habe ich gezeigt, dass Computergames schon heute in der Lage sind, komplexe Inhalte darzustellen. Dabei geht es nicht nur um die reine Darstellung. Computergames ermöglichen es vielmehr, diese komplexen Welten zu interaktiv erschließen, zu verändern und weiter zu entwickeln.

Die Möglichkeit, komplexe Inhalte darstellen zu können bzw. Komplexität “spielbar” zu machen ist eine Voraussetzung für eine zukünftige Nutzung als Plattform für die Vermittlung unterschiedlicher Inhalte.

Eine weitere Voraussetzung ist die Fähigkeit, Inhalte in unterschiedlicher Art und Weise zu visualisieren. Dabei geht es um zwei Ansätze: Zum Einen müssen Computerspiele in der Lage sein, die “Realität” detailgetreu abzubilden. Es geht also um die Frage, inwieweit Computerspiele eine Kopie der Realität darstellen können. Zum Anderen geht es darum, Visualisierungsformen zu entwickeln, die dem Spieler das Gefühl von “Realität” geben. Damit ist gemeint, dass Computerspiele fiktive Inhalte so detailgenau und komplex visualisieren, dass der Spieler darin eine virtuelle Realität erkennt.

Für die erste Anforderung habe ich ein schönes Beispiel bei Youtube gefunden:

Dieses Video zeigt das Formel 1-Rennen in Monaco. Auf dem einen Bildschirm seht Ihr einen Mitschnitt aus einer echten TV-Übertragung während der andere Bildschirm das Spiel zeigt. Selbst die Tropfen auf dem Visier der Fahrer sind visualisiert.

Das daraus verschiedene Möglichkeiten entstehen können wir an folgendem Video sehen:

Hier wird die Technologie der Computergames dafür genutzt, Sport-Fernsehen zu erweitern.

Ein Beispiel für die detailgenaue Darstellung in Computerspielen ist das folgende Video. Es zeigt Ausschnitte aus dem Spiel Metro 2033. Das Spiel ist ein Ego-Shooter auf der Basis des gleichnamigen Romans von Dmitry Glukhovsky.

Mit der Möglichkeit, nahezu jeden Inhalt detailgetreu und detailgenau visualisieren zu können, haben die Computerspiele, zusammen mit der Möglichkeit des Erschließens und der Interaktion einen Vorsprung gegenüber allen anderen Plattformen wie dem Buch und dem TV etc. Es stellt sich also nicht die Frage, ob Computerspiele unterschiedliche Inhalte darstellen können, sondern wann wir dies intensiver nutzen. Die ist sowohl für die Arbeit von Institutionen als auch für Unternehmen interessant.

Beste Grüße

Christoph Deeg

2 Replies to “Computergames und Visualisierung”

  1. Hallo Christoph,

    ich bin überrascht, dass es hierzu keinen Kommentar gibt, wo sich doch gerade im Kulturbereich historisches Wissen mit Game Engines visualisieren und spielerisch vermitteln lässt. Man stelle sich mal vor, Museumsbesucher könnten an einem Computer die Arbeit eines Restaurator spielerisch simulierend erleben und gleichzeitig ein Gefühl für das Kunstwerk entwickeln. Hier liege gute Möglichkeiten.
    Gruß
    Moritz

    1. Lieber Moritz,

      ich bin absolut Deiner Meinung. Ich glaube sogar, das viele Institutionen alleine im Bereich der Visualisierung noch nichtmal ansatzweise die Möglichkeiten verstanden haben. Wenn man dies dann noch mit neuen Formen der Erschließung von Inhalten – basierend auf einem guten Gameplay – und neuen Formen der Motivation und der Vernetzung von Inhalten zusammenbringt, können wir glaube ich die Kulturvermittlung neu definieren.

      Mir ist klar, dass dies ein langer Weg ist, aber ich glaube er ist es wert gegangen zu werden….

      Beste Grüße

      Christoph

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